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Franz Gertsch (1930–2022)

104 - Markus Raetz, 1970

Dispersion auf ungrundiertem Halbleinen,

Kunstmuseum Bern, Burgergemeinde Bern, Bern

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Markus Raetz, wie Sie ihn vielleicht noch nie gesehen haben! 29 Jahre jung, in verwaschener Jeansjacke und mit langen Haaren – ganz im Stil der 1970er-Jahre. Das Temperament des Künstlerfreundes hat Gertsch sehr gut getroffen: nachdenklich, den Blick gesenkt, still in sich gekehrt mit einem leisen Lächeln, so wie es auch seine Kunst war.

Die Fotografien zu diesem und den beiden anderen Gemälden hier entstanden am 10. Mai 1970 in Kranenburg, einer Kleinstadt an der deutsch-niederländischen Grenze. Gertsch machte mit einigen Kollegen aus der jungen Schweizer Kunstszene einen Ausflug zu einer Ausstellung von Franz Eggenschwiler. Er erinnert sich:

«Es waren nur drei Schnappschüsse. Zuerst waren wir in einer Kranenburger Kneipe ein Bier trinken. Dort fotografierte ich Markus Raetz und Urs Lüthi.»

Lüthis Porträt sehen Sie hier gegenüber. Auf dem Weg zur Ausstellung folgte dann das Foto zum Bild Kranenburg, das sie hier in der Mitte sehen. Zu den eindrücklichen Porträts von Raetz und Lüthi kam im gleichen Jahr noch ein weiteres Künstlerporträt hinzu, jenes des Schweizer Malers Jean-Frédéric Schnyder.

«Ich wollte ja Leben darstellen, also Freiheit, Sinnlichkeit und das war mit einem Bankangestellten nicht möglich. Die Künstlerfreunde waren eben geeignete Opfer. (…) Eine Aufbruchstimmung. Und ich glaube (…), Markus Raetz wurde auch zu dieser Zeit wirklich erst zum Markus Raetz. Was er vorher gemacht hat, war sehr wichtig, (…) aber so richtig der Markus Raetz wurde er zu dieser Zeit, glaube ich.»

Der Berner Markus Raetz war einer der großen Schweizer Künstler der Gegenwart mit internationalem Erfolg. Das Kunstmuseum Bern widmete diesem sensiblen, 2020 verstorbenen Künstler vor drei Jahren eine umfassende Retrospektive.

Raetz ist auch auf dem Bild Kranenburg zu sehen, und zwar ganz links außen. Neben ihm Jean-Christophe Ammann, der Leiter des Kunstmuseums Luzern, der Galerist Pablo Stähli, der Fotograf Balthasar Burkhard und rechts außen der niederländische Künstler Ritsaert ten Cate. Vorneweg laufen Monika Raetz und Maria Gertsch. Energiegeladen und selbstbewusst verkörpert die Gruppe den Aufbruch der jungen Schweizer Kunst in die Zukunft.

Die nächste Station der Audioführung finden Sie im ersten Raum, gleich neben der Glastür, durch die Sie die Ausstellung betreten haben. Dort sehen Sie die frühesten Werke von Franz Gertsch.