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Franz Gertsch (1930–2022)

105 - Bach im Mondschein, 1956

Eitempera, Weisshöhung und Harzfarbenlasur auf Baumwolle auf Sperrholz,

Privatbesitz

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Bach im Mondschein von 1956 ist eines der frühesten Gemälde von Franz Gertsch und zeugt bereits von grosser Meisterschaft. Es zeigt den Reichenbach bei Nacht und ist ausschliesslich in Schwarz-, Weiss- und Grautönen gemalt, in der so genannten Grisaille-Technik.

Das sich kräuselnde Wasser, die Steine, Bäume, Blätter und Gräser, und die prominent im Vordergrund quasi «porträtierte» Pflanze – sie alle sind in ein geheimnisvolles, mystisches Licht getaucht. Gertsch hat hier bereits die Motive gefunden, die ihn in seinem Spätwerk intensiv beschäftigen werden. Auch die meditative Stille, die seine späten grossen Naturbilder auszeichnet, ist hier in kleinem Format schon vorweggenommen.

Franz Gertsch erinnerte sich:

«Die ersten Landschaftseindrücke waren von nachhaltiger Bedeutung für mich. Ich bin an einem schönen Ort geboren, in Mörigen am Bielersee. (…) Diese frühen Natureindrücke haben mich sehr stark geprägt.»