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Franz Gertsch (1930–2022)

107 - Alle fünf Rolling Stones, 1968

Acryl auf Leinwand,

Aargauer Kunsthaus Aarau, Schenkung der Freunde der Aargauischen Kunstsammlung

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Pop-Art, abgekürzt für popular art, ist die neue Kunstströmung der 1960er-Jahre. Ausgehend von den USA, erobert sie Europa. Auch Franz Gertsch fühlt sich von dieser jungen, wilden Kunstform angesprochen.

«Erst durch die Begegnung mit der Pop-art in der Mitte der sechziger Jahre fand ich dann schliesslich auch für mich eine gewisse Einstiegsmöglichkeit in aktuelle Kunstströmungen.»

«Damals habe ich begonnen, nach Vorlagen zu arbeiten, habe aber zunächst nur die Umrisse verwendet. Diese Arbeiten, Collagen zumeist, habe ich aus eingefärbtem Papier ausgeschnitten. Entscheidend war das Design der Umrisse, diese wurden immer einfacher, und ich konnte nur noch wenige Formen benutzen.»

Die Collagen überträgt Gertsch dann in Malerei wie bei diesem Bild Alle fünf Rolling Stones von 1968. Vorlage war eine Abbildung im französischen Musikmagazin Salut les copains. Die knalligen Farben und schematischen Formen sind typische Merkmale der Pop-Art, ebenso wie die Serien-Produktion. Andy Warhol, der berühmteste Vertreter der Pop-Art, schrieb mit den seriellen Siebdrucken von Marilyn Monroe und Campbell’s Suppendosen Kunstgeschichte.

Gertsch setzt dieses Serienprinzip in den Rolling Stones um. Er fertigt insgesamt vier Bilder der Band an: Während bei unserem Bild noch alle fünf Figuren abgebildet sind, lässt Gertsch mit jedem weiteren Bild der Serie einen der Musiker weg. Am Ende entsteht dann das Gemälde Mick Jagger hier rechts daneben.

Hintergrund für diese Bilder war das legendäre Konzert der Rolling Stones am 14. April 1967 im Zürcher Hallenstadion. Es war der erste Auftritt der Band in der Schweiz und ging als Stuhlschlacht und Vorläufer der 1968er-Unruhen in die Geschichte ein.