Franz Gertsch (1930–2022)
108 - Paar C I, 1968
Dispersion auf Leinwand,
Franz Gertsch AG

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Für seine Werke im Pop-Art-Stil verwendet Gertsch nicht nur Abbildungen aus Musikmagazinen und von Plattencovern, sondern auch private Fotos. So etwa ein Bild seiner Ehefrau Maria für diese Serie von Paaren. Die lässig sitzende Gestalt hinter der liegenden Frau auf dem Gemälde Paar C 1 entspricht, leicht abgeändert, der Mick Jagger-Figur aus der Rolling Stones-Serie gegenüber. Die Figuren haben jedoch nichts Persönliches mehr. Es sind Typen, die die Jugendkultur jener Zeit verkörpern. Konsequent tragen diese Werke auch nur allgemeine Titel wie Paar.
Gertsch benutzt die drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau, aus denen sich alle anderen Farbtöne mischen lassen, sowie Schwarz und Weiss. Bei einigen Werken verwendet er sogar fluoreszierende Pigmente, die den Farben eine außergewöhnliche Leuchtkraft verleihen. Im Laufe von drei Jahren variiert er Formen und Farben systematisch immer wieder aufs Neue, bis hin zu einer maximalen Vereinfachung. Dann ist für Gertsch ein Endpunkt erreicht. Er befindet sich in einer Sackgasse und gerät in eine künstlerische Krise.
«Dann musste ich mir eingestehen, dass das malerische Können, das ich hatte, sich bei dieser Arbeit nicht entfalten konnte. Ich habe mir die Frage gestellt: Ist es das, was du machen musst und machen kannst? Und dann habe ich eine Pause gemacht und ein halbes Jahr darüber nachgedacht.»
Wie es danach für ihn weiterging und wie Gertsch zu seinem fotorealistischen Stil fand, erfahren Sie bei der nächsten Station. Gehen Sie hierfür auf die gegenüberliegende Seite der Treppenhalle.