Marisa Merz
7 - Ohne Titel, o. D.
Mischtechnik auf präpariertem Karton,
Privatsammlung, Belgien, courtesy Bernier / Eliades Gallery, Foto: Renato Ghiazza / Fondazione Merz © SIAE, Rom, 2024

Wie könnten wir bei dieser Zeichnung nicht an die kleinen modellierten Köpfe denken, die immer wieder in der Ausstellung zu sehen sind? Unser Auge wird von den endlos auf das Papier gezogenen Bleistiftlinien ebenso angezogen wie vom Gesicht. Hat die dargestellte Frau Widderhörner? Haltung und Gesichtsausdruck lassen an die Figur einer Sphinx denken. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden solche Mischwesen von Vertreter:innen des Symbolismus oft dargestellt, deren Arbeiten Marisa Merz bekannt waren.
Diese Zeichnungen mit flüchtigen, sich wandelnden Figuren gehörten zu einer Gruppe von Werken, mit denen Merz 1982 das erste Mal an der documenta in Kassel teilnahm. Die documenta ist bis heute eine der bedeutendsten Ausstellungsreihen für zeitgenössische Kunst.